Lagerblog Sola
In diesem Blog erfährst Du mehr darüber, was die Jungschar-Kinder im Sommerlager im Wilden Westen alles erleben.
Laila Gurtner,
Wir blicken zurück auf eine abwechslungsreiche Lagerwoche, die uns mit dem heissen Wetter, den heftigen Gewittern Mitte Woche und so auch mit den zwei Evakuierungen auf eine eigene Weise herausgefordert hat. Aber eines ist klar: Das Lager wird uns sicher allen noch in guter Erinnerung bleiben.
Sonntag, 9. Juli 2023
Heute starteten wir ins Sommerlager 2023 unter dem Thema «Wild West». Den Eingang in das Lager bildete der gemeinsam besuchte Gottesdienst. Anschliessend wurden die Jungscharlagerteilnehmenden in ihr Lager «ausgesandt». Noch in Müllheim entdeckten sie eine Flaschenpost, mit welcher der Stamm Yuki im westlichen Amerika nach Hilfe der Jungschar Müllheim sucht. Wir machten uns direkt auf den Weg. Auf dem Lagerplatz angekommen, gab es ein erstes Theater: die Begrüssung der Yukis. Drei Stammesangehörige hiessen uns in ihrem Dörfchen «Old Town» willkommen und dankten schon jetzt um unsere Hilfe. Uns war noch nicht ganz klar, weshalb wir nun diesen langen Weg auf uns genommen hatten, doch wir waren ohnehin hier. Der Nachmittag war dazu da, das Lager auszubauen, sodass alle Sola-Teilnehmenden untergebracht werden konnten. Nach einem leckeren Znacht ging es weiter mit gemeinsamen Singen, den Lagerregeln und einem organisierten Programm, von welchem sie auswählen konnten, ob sie Wegweiser bemalen, schnitzen, pflöckeln, oder anderes wollten. Mit dem Bettmümpfeli war Zeit, zu Bett zu gehen. So ging der erste Tag im Lager zu Ende.
Montag, 10. Juli 2023
Der erste Morgen des Lagers brach an. Mehr oder weniger ausgeschlafen starteten wir gemeinsam mit dem Frühstück in den Tag. Auf das Ämtli (beispielsweise abwaschen, fetzeln, WC putzen) folgte die Stille Zeit. In dieser Zeit wird jeweils die Andacht vom Vortag oder das Thema davon in alters- und geschlechtsspezifischen Kleingruppen vertieft. Danach ging es weiter mit einem Programmblock, mit welchem die Lagerteilnehmenden das uns neue Land(Amerika) erkundigen konnten. Dazu gab es einen OL mit zwischendurch begleiteten Posten, bei welchen es noch andere Aufgaben zu erfüllen gab. Nach der wohlverdienten Stärkung am Mittag lernten wir noch mehr über das Volk, bei dem wir zu Besuch sind. Am Nachmittag konnten wir verschiedene Posten frei wählen: von Feuer machen über Speckstein schleifen, Bändeli knüpfen, Indianerschmuck herstellen bis zum Erlernen eines (Indianer)Tanzes. So konnten wir uns bei diesem ungewohnt heissen Wetter gut in den Schatten zurückziehen. Nach dem Znacht ging es dann weiter mit Singen und der Andacht über das Thema Freundschaft. Weiter ging es mit einem Theater: Yakara, der weibliche Häuptling des Stammes Yuki war schon den ganzen Tag zunehmend kränker. Einige der Kinder waren mit dem gleichen Virus infiziert und mussten von den anderen getrennt werden. Genau diese Kinder wurden an diesem Abend «genämelet». Das heisst, sie bekamen nach dem Absolvieren von ein paar Aufgaben ihren wohl verdienten Jungschi-Namen. Wir liessen den Abend dann in Gemeinschaft und mit dem Bettmümpfeli ausklingen. So endete der erste ganze Tag des Lagers.
Dienstag, 11. Juli 2023
Den heutigen Tag starteten wir wieder gleich. Nach Frühstück und der Stillen Zeit kamen wir zusammen für ein Theater. Die Angehörigen des Yuki-Stamms, wo wir zu Besuch sind, fragten nach, was der Jungschi-Stamm am Vorabend getan hatte, damit Yakara wieder gesund wurde. Die Antwort: sie beteten. Die Yukianer waren neugierig, was denn «beten» und «der Glaube an diesen Jesus» sein soll. Ihnen wurde erklärt, dass dies ihr Glaube sei. Der Morgen wurde dann genutzt, um in Form eines Geländespiels eine Bibel «herzustellen», die dann den Yakara und den anderen Yukianern geschenkt wurde. Nach dem Mittagessen folgte ein weiteres Theater. Haudrauf, ein weiterer Yukianer, hatte festes Bauchweh. Wir fanden heraus, dass der Grund dazu das Essen einer ungekochten Kartoffel war. Am Nachmittag spielten wir, passend dazu, das sogenannte Herdöpfel-Spiel. Es ging darum, dass sich die Lagerteilnehmenden durch das Absolvieren von Posten Dinge wie Kartoffeln, Wasser, einen Kochtopf, Gewürze erwerben konnten, aus denen sie dann über dem Feuer die Kartoffeln zubereiteten. Das Spiel bereitete grossen Spass, da das zubereitete Gericht nebst dem eigentlichen Abendessen zum Nachtessen dazu gegessen werden konnte. Nach dem Abendessen und Andacht/Singen gab es wieder eine organisierte Freizeit, in welcher die Lagerteilnehmenden aus angebotenen Programmen etwas auswählen konnten. Heute ging es dann aber etwas früher zu Bett – dies war der ursprüngliche Plan. Ein Gewitter zog auf, welches wir eigentlich lieber vom Innern der Zelte ausharren wollten, statt verregnet zu werden. Es fing aber dann an, so fest zu stürmen und zu gewittern, sodass wir in unsere Notunterkunft, den Stall des nahe gelegenen Bauernhofs, verschoben. Zum Ausharren, bis das Gewitter vorbeigezogen war, gab es mehrere Runden «Werwölflen». Gott sei Dank waren alle Zelte unverschont und alle Lagerteilnehmenden wohlauf, als das Unwetter durch war. So kamen wir etwas später als geplant zu Bett, nach einem ereignisreichen Tag.
Mittwoch, 12. Juli 2023
Heute startete der Tag später als in den vorigen zwei Tagen. Durch die gestrige «Nachtübung» waren wir später im Bett und schoben auch die Tagwache und das Frühstück nach hinten. Auch das sonst geplante Programm von heute musste wetterbedingt angepasst werden, da uns heute immer wieder Regen- und Gewitterfronten erwarten würden. Zum Frühstück gab es eine tolle Überraschung: die (Gross-)Eltern von zwei Lagerteilnehmenden brachten Gipfeli für alle. So begannen wir den Tag mit Freude. Glücklicherweise blieb der Morgen vom Regen verschont, sogar ein paar Sonnenstrahlen liessen sich blicken. Vor dem Mittagessen nutzten wir die Zeit, um gemeinsam ums Feuer zu singen, die Stille Zeit in den Kleingruppen zu machen und in den Zeltern wieder die Ordnung wiederherzustellen, die gestern Abend bei der Flucht in die Notunterkunft durcheinandergeraten war. Am Nachmittag spielten wir ein Rätsel-Geländespiel, welches wir aber um ca 16.00 Uhr erzwungenermassen unterbrechen mussten. Wieder zog ein Gewitter auf, vergleichbar mit jenem vom Vorabend. Die Lagerteilnehmenden wurden von einigen Leiterinnen nach oben in die Notunterkunft gebracht, während ein paar verbleibende Leiter während dem Gewitter die Stellung auf dem Lagerplatz hielten. Währenddessen wurde das angefangene Spiel im Stall zu Ende geführt. Bis zum Nachtessen halfen alle mit, das Lager wieder aufzubauen, da einige Dinge dem Gewitter zum Opfer gefallen waren. Ebenso konnten alle Lagerteilnehmenden ihre Schlafsachen mithilfe von Autos in unsere trockene Notunterkunft transportieren, denn diese wurde die Unterkunft der heutigen Nacht. Nach dem feinen Znacht und der Andacht verschoben wir in die Notunterkunft, liessen dort mit einem improvisierten Abendprogramm den Abend ausklingen und gingen dann etwas früher als gewohnt zu Bett. Auch heute hatten wir einen ereignisreichen Tag.
Donnerstag, 13. Juli 2023
Gut ausgeschlafen wachten wir heute Morgen im Stall, unserer Notunterkunft, auf. Der Tag begann mit einem leckeren Frühstück – unsere Küche bereitete uns sogar warmen Milchreis zu. Wie gehabt ging es weiter mit der Stillen Zeit in Kleingruppen. Danach packten alle Lagerteilnehmenden ihren Tagesrucksack. Es ging nämlich auf eine kurze Wanderung zur Badi. Der Weg war sehr abenteuerlich, da wir unter anderem über umgestürzte Bäume klettern mussten. So sahen wir unter wieder beruhigten und schönen Wetterbedingungen, wie gewaltig das Gewitter von gestern tatsächlich war. Zmittag assen wir in der Badi Weinfelden. Am Nachmittag konnten sich die Lagerteilnehmenden in der Badi in von Leiterinnen und Leitern betreuten Gruppen auspowern und – noch wichtiger – mal wieder eine warme Dusche geniessen. Wieder «nach Hause» (auf den Lagerplatz) ging es mit einer 10-minütigen Postautofahrt. Mit dem Nachtessen, Singen, Andacht, Freizeit und dem Bettmümpfeli ging auch dieser ereignisreiche Tag zu Ende.
Freitag, 14. Juli 2023
Heute war der letzte ganze Tag. Wie gewohnt startete der Tag mit Tagwache, Frühstück, Ämtli und der Stillen Zeit. Danach spielten wir ein Geländespiel, bei dem es darum ging, dass die Lagerteilnehmenden möglichst viel Gold sammeln konnten. Am Nachmittag, also wieder nach Zmittag und Ämtli, veranstalteten wir eine Olympiade/Rekordjagd. Die Kinder konnten an verschiedenen Posten, von Dobble bis zum Sportposten mit Plank, gegeneinander antreten und so Punkte sammeln. Abgerundet wurde der Nachmittag mit einem kurzen, spontanen Sportblock. Als Nachtessen gab es Schnitzelbrot mit Pommes. Unsere Küche frittierte doch tatsächlich für uns über dem Feuer! So starteten wir in den Abschlussabend. Für ein letztes Mal sangen wir zusammen in der Gruppe und teilten uns für die Andacht in Jungschi und Ameisli auf. Als Abschlussprogramm gab es verschiedene «Arena»-Games: Challenges, bei denen man gruppenweise gegeneinander antritt und jeweils jede Gruppe ihren Vertreter oder ihre Vertreterin für die jeweilige Aufgabe schickt. Hier bildeten auch die Leiterinnen und Leiter eine einzelne Gruppe und spielten so mit. Am heutigen Abend verabschiedeten wir auch Thomas, ein langjähriger Leiter der Jungschar. So klang auch der letzte Abend aus.
Samstag, 15. Juli 2023
Heute ging es wieder nach Hause. In den Tag starteten wir wieder wie gehabt mit Frühstück, Ämtli und der Stillen Zeit. Danach machten wir uns alle an den Abbau. Zuerst ging es darum, dass alle Lagerteilnehmenden ihre sieben Sachen (oder auch mehr) packten. Danach wurde das Lager – zusammen mit den Abbauhelfenden – ganz abgebaut. Nach dem Zmittag gab es aber noch eine Überraschung: die Bauern, deren Land wir nutzen konnten, brachten uns noch Glacé vorbei. In dieser Hitze tat ein feines Glacé allen gut. Nach dem Dessert ging es auch schon an den Lagerabschluss und so auch an das «Abschied nehmen». So gingen alle müde, aber voller Freude über das Geschehene nach Hause und das Sommerlager 2023 zu Ende.