31. Oktober – Halloween?

Der Brauch des Halloween hat sich auch in unserem Dorf etwas verbreitet. Stark unterstützt durch die Werbung und interessierte Detailhändler die ein weiteres Geschäft wittern. Dieses Fest, an dem Kinder von Tür zu Tür ziehen und mit dem Spruch «Süsses oder Saures» Süssigkeiten erpressen, feiert einen alten Geisterglauben, bei dem die Geister oder Götter besänftigt werden müssen.

Die als Geister verkleideten Kinder spielen das Heimsuchen der Häuser und Familien durch Geister nach. Nach den alten Religionen muss man die Geister, wenn sie kommen oder wenn man sie ruft, mit Opfer besänftigen oder für sich günstig stimmen. Sie wollen die Menschen erschrecken und ihnen auch durch ihr Äusseres Angst einjagen. Wenn man der Drohung nicht folgt und in diesem Fall die Geister (Kinder) mit Süssem besänftigt, muss man mit der Strafe der Geister rechnen. Es ist eine Religion der Angst und der Drohung.

Die Botschaft von Jesus Christus ist anders. Aus den biblischen Schriften kann man lernen, was Gottes Wort an die Menschen ist, wenn er ihnen begegnet. Wenn Jesus selber oder ein himmlisches Wesen in der Bibel den Menschen begegnet, dann droht er nicht, wie die alten Geister, sondern wir hören dann genau das Gegenteil: «Fürchte dich nicht!» Das ist die Botschaft von Jesus. Und er hat das Recht, uns das zu sagen, weil er am Kreuz auf Golgatha alle Mächte für immer besiegt hat. Gott selber hat durch seine Liebe und seinen Sohn Frieden und Versöhnung für alle geschaffen. Diese Botschaft vertrieb einst die Angst vor den Geistern.

Jesus selber sagt ja in der Offenbarung auch: «Siehe ich stehe vor der Tür und klopfe an.» Ganz ähnlich wie die Kinder an Halloween. Aber das Ziel von Jesus ist dann hineingelassen zu werden und Gemeinschaft zu erleben. Im Gegensatz zu den Halloween-Fratzen, bei denen man theoretisch wieder froh ist, wenn sie weitergezogen sind.

Was mich auch noch stört, ist das den Kindern vermittelt wird: Ihr bekommt was ihr wollt, wenn ihr droht. Lieber hätte ich, sie würden lernen etwas zu tun (ein Lied zu singen) oder jemandem eine Freude zu machen (anstatt Erschrecken und Angst verbreiten einen frohen Gruss vorbeibringen). Das Schöne an Halloween ist aber das sich gegenseitig besuchen. Ich kenne Menschen die sich auf die Kinder freuen, sich vorbereiten und dann enttäuscht sind, wenn wenige Kinder kommen. Deshalb möchte ich im nächsten Halloween mit einigen Kindern und Jugendlichen, schön verziert und geschmückt, z.B. mit Kerzen und Herbstmottos, von Tür zu Tür ziehen, ein Lied oder Gedicht, ein aufmunternder Spruch oder einen Gruss bringen und so beschenkt werden.

Pfr. Florian Homberger, 30.1.02018
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Verantwortlich: Florian Homberger     Bereitgestellt: 13.02.2020     
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